Grundkurs Erdkunde (Ernst Veit)

Bild von Ernst Veit „Hatten wir zwar schon oft, aber ich erzähls einfach noch mal“
In der 12. Klasse wählte ein beachtlicher Haufen unerschrockener Schüler den Erdkundegrundkurs bei Herrn Veit, der vielen noch aus der 11. in sehr guter Erinnerung war.
In der 13. Klasse blieb nur noch ein kleiner noch unerschrockenerer Haufen übrig. Der entstandene Leerraum wurde durch die neue 12. gefüllt, wodurch eine Menge dummes Drecksgelaber von übermotivierten Strebern emittiert wurde.
Auf unseren Herrn Professor Veit hatte das keine Auswirkungen. Wie immer begrüßte er uns morgens singend und pfeifend mit irischen Volksweisen. An einigen Tagen bemerkte man aber auch seine übermäßige Launenhaftigkeit. Statt uns freundlich zu begrüßen betrat er wortlos den Raum, um anschließend den Rest der Stunde die Tafel bis in den letzten Winkel ohne Rücksicht auf die Größe unserer Hefte mit völlig unübersichtlichen Tafelanschriften und Kunst LK würdigen Skizzen und Zeichnungen zu füllen. Insgesamt war er aber ein sehr freundlicher Lehrer, abgesehen von seinen Gemütsschwankungen (schwanger ?), die ihn sogar veranlassten grundlos irgendwelche Schüler anzubrüllen, um im nächsten Moment wieder zuckersüß zu sein.
Ein weiteres Problem an Herrn Veit ist sein Hang zum endlosen Erzählen, von manchen auch als Geschmarr bezeichnet. Gewürzt wurden seine Geschichten von unzähligen Witzen, die nur leider keiner lustig fand. Nützlich war dieser Redeschwall, wenn man die vergleichsweise üppigen Pausen noch verlängern wollte, indem man irgendeine belanglose Frage stellte. Manchmal war es aber auch lästig, vor allem, wenn man ihn außerhalb der regulären Unterrichtszeit antraf oder nur ein bisschen zu lang im Zimmer blieb…
Teilweise kam es zu regelrechten Kämpfen am Ende der Stunde, um ja nicht der letzte zu sein, der das Klassenzimmer verlässt, denn dieser musste immer die Tafel wischen. Das war nämlich immer eine riesige Sauerei, da Herr Veit die Angewohnheit hatte, bei am Anfang der Stunde ungewischter Tafel, einfach seine Anschriften in anderer Farbe darüber zu schmieren.
Erschwerend für das Durchhalten der Stunde war die Tatsache, dass Herr Veit eine Abneigung gegen Trinken im Unterricht hegte, zumindest manchmal - oft war es ihm aber völlig egal (siehe Launen).
Schlecht für unsere Noten war, dass wir ziemlich wenige Hefteinträge gemacht haben (außer zum Thema Globale Zirkulation). Dafür war sein Unterricht sehr anschaulich, z.B. die Erklärung des Föneffekts und der Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines nassen Schwammes (arme Putzfrauen)
Wir mussten folglich sehr viel aus den Büchern lernen, die aber leider heillos veraltet sind (es lebe die DDR).
Dennoch waren die Noten ganz gut, bis zur letzten Klausur, die ein absoluter Megaoberhammer war und mit absolut miserablen Noten rechtzeitig vor dem Colloquium dementsprechend motivierte. Das Colloquium würden wir als recht gut und fair bezeichnen.
Insgesamt konnte man den Erdkunde GK beim Ernest also durchaus ertragen.

Frederic Schnitzler, Stefan Schuhladen,
Nadine Hellerich, Steffen Gebert
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