Grundkurs Mathematik (Klaus Görner)

Bild von Klaus Görner „Trink, trink, Brüderlein trink...“
Nein, nein, nicht dass hier nun ein falscher Eindruck von unserem Sunnyboy entsteht...
Unser lieber Mathelehrer weiß zwar durchaus den Freuden des Lebens zu frönen, jedoch widmete er sich auch ab und zu der trockenen Mathematik, die er uns mit unerschöpflichem Elan schmackhaft machen wollte und dabei auch mit seinem Wissen nicht geizte.
Jedoch prahlte er damit keinesfalls, sondern verstand es alle Schüler in eine Aufgabe einzubinden: Jeder durfte einmal in den Genuss kommen, einen kleinsten Aufgabenbruchteil an der Tafel zu präsentieren, aber: „Halt, halt, net wieder rechnen- die andern solln doch auch noch was zu tun ham !“
Nach diesen ungeheuren mathematischen Strapazen, bei denen sich jedes Gehirn ca. 1,5 Minuten quälen musste, wurden wir von unserem lieben Papa Klausi mit einer ausgedehnten Pause belohnt. Auch machten wir meist schon 5 Minuten eher Schluss, denn „wir ham ja auch 5 Minuten später angefangen...“. Diese Logik muss doch einfach jeden überzeugen!!
Denjenigen im Kurs, welchen die Mathematik zeitlebens ein unergründliches Geheimnis war, versuchte Herr Görner mit sehr anschaulichen Methoden auch die schwierigsten Dinge klarzumachen: Scheiterten seine Erklärungen an den immer komplizierter und deshalb verworrener werdenden Tafelbildern, rief er seine Freunde, die Tischmännchen, herbei, um das Problem des Normalenvektors auch den Nicht-Erleuchteten zu erläutern.
Zudem kam der politisch interessierte Schüler auf seine Kosten: Herr Görner stellte eine Ebene auf, durch die ein terroristischer Heckenschütze, platziert auf dem FOS-Dach, schießen müsste, um einen zufällig ausgewählten (Anwesend: 8 Mädchen, 6 Jungen, darunter 5 mathematisch Begabte, 9 mathematisch weniger Begabte; wie viele Möglichkeiten gibt es den Schüler zu bestimmen, wenn diese beiden Kriterien berücksichtigt werden?) Schüler in den Kopf zu treffen. Aber, aber, Herr Görner, wo haben Sie denn so was gelernt?
Eigentlich ist er doch ein friedfertiger Rebell („Ich war der erste am AKG der nen Bart hatte...“), dessen Leidenschaft dem Singen (Chorleiter!) und fremden Kulturen sowie deren Sprachen gilt. Denn: „Eigentlich wollt ich ja Latein und Deutsch studiern und war in Madde gar net so doll, aber man soll ja immer das lernen, was ma net so gut kann...“
Ach ja, das LERNEN???
Einige, die dem Matheabitur ins Auge blicken mussten, wünschten sich manchmal eine etwas intensivere Abivorbereitung („Die Aufgabe, die müss ma net machen, die is zu schwer, des is LK“). Doch als schließlich auch Herr Görner den Ernst der Lage erkannt hatte, bereitete es ihm kindliche Freude auch schwierigste Abi-Aufgaben zu lösen („Endlich mal wieder ne gscheite Aufgabe zum Rechnen!“).
Aber schnell kam wieder sein sonniges, gemütliches Wesen zum Vorschein, dessen stählerner, braungebrannter Body (Jaja, die Sonne von Frickenhausen hats in sich ;-)) mit seinen kunterbunten Hemden vor allem für die weiblichen Teilnehmer des Kurses ein Augenschmaus war. Seine Empfehlung 3 Tage vor dem Abitur: „Jetzt mach dich doch net verrückt mit dem Maddezeugs, leg dich lieber in die Sonne!“
Jaja, Herr Görner, von Ihren mathematischen Pflichten entbunden, können Sie nun Ihre Lieblingsjahreszeit und den wohlverdienten Ruhestand genießen. Sollte es Ihnen einmal langweilig werden, können Sie ja immer noch Latein- Kurse an der Volkshochschule geben oder die Welt entdecken. Ach ja, und falls Ihre Frau vielleicht doch mal keine Zeit zum Reisen hat, nehmen Sie doch einfach die Tischmännchen oder andere mathematische Wesen, die Ihrer Phantasie entsprungen sind, mit.

Last but not least: DANKE, für:
- die großzügige Notengebung („Leider konnte sich nicht jeder in der Zeugnis- von der Klausurnote verbessern- du hast ja schon 15 Punkte“)
- das Treffen im Kasti, bei dem Sie uns, spendabel wie Sie sind, alles bezahlt haben
- und natürlich für zwei Jahre entspannten und lustigen Unterricht mit einem der lockersten Lehrer unserer Schule

Melissa Nickel, Charlene Wright
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