Grundkurs Religion (ev.) (Uwe-Bernd Ahrens)
„Der Prophet des Schwimmbads“
Religion ist ja eines der Fächer, in denen die aus Schülern bestehende Belegschaft immer im Wandel ist. Nur selten - eigentlich fast nur zu den Klausuren oder am Anfang des Schuljahres, wenn es darum ging sich einen Platz in der hinteren Reihe zu sichern - fanden sich einmal alle Kursteilnehmer gleichzeitig im Klassenzimmer ein. Trotzdem war der Durchschnitt an anwesenden Schülern im Vergleich zu Fächern wie zum Beispiel Englisch noch hoch.
Obwohl Herrn Ahrens dieser Vergleich erspart blieb, nahm er das nur teilweise vorhandene Interesse sehr locker und mit Humor auf. Dies begründet sich wohl in jahrelanger Erfahrung, die ihm eine dicke Haut in dieser Beziehung erbracht haben dürfte.
Nur wenige Male ermahnte er unsere Klasse wirklich, wobei er das Problem dieser Standpauken stets selbst beim Namen nannte: Diejenigen, die er eigentlich ansprechen wollte, waren nicht da. Es war jedoch beeindruckend, wie er schon eine Stunde vorher voraussagen konnte, wie viele Schüler der Klasse die nächste Stunde im Schwimmbad verbringen würden. Hier lag er selten daneben.
Ansonsten erfreute uns Herr Ahrens mit einem recht ansprechenden und lockeren Unterricht. Seinen in gut fränkischer Redensart vorgetragenen Stoff konnte er ganz gut vermitteln - bei denen, die ihn hören wollten, kam er auf jeden Fall immer an. Er war hier auch recht kompetent, nahm zu aktuellen Spiegelartikeln Bezug und gab Tipps ab, was im schriftlichen Abi drankommen könnte. Leider führte die rare Anwesenheit und Aufmerksamkeit eines Großteils der Klasse aber dazu, dass Diskussionen über Themen eher die Ausnahme blieben. Wenn sich der Monolog unseres Lehrers dann doch mal zu einem Dialog erweiterte, nahm dies immer interessante und oft auch spaßige Formen an.
Im Übrigen erfreute uns Herr Ahrens mit zahlreichen Stilblüten, die wir immer dankbar notierten, und Kommentaren über seine Kollegen Herrn Koch bzw. Herrn Büttner. Die Klausuren waren alle auf einem höheren Niveau, immer aber existierte eine Sechserbremse für unsere Schwimmbadbesucher. Bei diesen musste dann zwar manchmal verzweifelt nach bewertbarem gesucht werden, doch Herr Ahrens gab sich immer Mühe, uns möglichst gut zu bewerten. So dienten die freiwillig gehaltenen Referate nach den Klausuren stets dazu, die Note aufzubessern.
Insgesamt waren die 2 Jahre bei Herrn Ahrens eine schöne und gute Erfahrung, aus der wir auch viel Wissen mitnehmen konnten (wenn wir wollten). Wir danken ihm auf jeden Fall für seine Lockerheit, für seine fränkisch-komödiantischen Einlagen und die Besuche im Kastanienhof.
Max-Jacob Ost, Michael Wagner