Grundkurs Religion (kath.) (Monika Krämer)

Bild von Monika Krämer „Von der liebenswürdigen Art, sich durchzusetzen“
Viele Kursteilnehmer werden, wenn sie sich an Religion bei Frau Krämer zurückerinnern, nicht unbedingt als erstes an den Unterricht denken, sondern an die ausgedehnten Pausen, zusammen mit dem evangelischen Religions-GK vom Zimmer nebenan. Dieser hatte übrigens die ungewöhnliche Angewohnheit, uns pünktlich um halb elf durch wiederholtes Klopfen an die Zimmertür daran zu erinnern, dass es Zeit für die Pause ist. Denn der Gong ist im Telekomgebäude leider nur schwer zu hören. Ein weiterer Grund für die Notwendigkeit, uns and die Pause zu Erinnern ist die Diskussionsfreude unseres Kurses, die Frau Krämer nur zu gerne förderte. Deshalb hätten wir die Pause schon ein ums andere mal vergessen, wenn die Ökumene nicht so gut funktioniert hätte. Die ausführlichen Diskussionsrunden waren aber sehr wichtig, um den teilweise langweiligen und theoretischen Stoff interessanter zu machen. So wurden aktuelle Anlässe, die nicht selten ganz zufällig zum Thema passten, dazu genutzt, die Unterrichtsinhalte zu vermitteln. Teilweise musste Frau Krämer um Beiträge zum gerade besprochenem Thema kämpfen, indem sie Schüler, die sich gerade mit ihrem Nachbarn über das Thema zu unterhalten schienen aufforderte, das getuschelte doch bitte der ganzen Klasse mitzuteilen, was den Diskussionen sogar förderlich war. Manchmal jedoch verkamen Debatten zu sinnlosen Dialogen mit einem bestimmten besonders hartnäckigen Schüler. Leider kam die Einführung in die Unterrichtsstunde, die jeweils von einem anderen Schüler gehalten werden sollte, nicht so gut an, wie sich Frau Krämer erhofft hatte, sondern verlief sich irgendwann im Verlauf des zweiten Jahres. Daher war der Unterricht auch aufgrund fehlender Abfragen und der Billigung leiser Gespräche recht angenehm. Wurde es mal zu laut, mussten wir feststellen, dass eine freundliche und gutmütige Person wie Frau Krämer kein Durchsetzungsvermögen braucht. Sie erreichte mit ihrer Liebenswürdigkeit, dass die Schüler ihr entgegenkamen, sodass es für sie (fast) nie nötig war, ihre Stimme im Zorn zu erheben.
Die meist allgemein gehaltene Fragen in den Klausuren, stellten für manchen zwar ein Problem dar, da sie sich nicht sicher waren wie sie die Fragen zu beantworten hatten. Trotzdem fand ich die Klausuren generell angenehm gestellt, zudem endeten sie mit einer guten, fairen Benotung. Die große Anzahl an Kolloquiumsprüfungen in dem Fach (12 an der Zahl), deutet darauf hin, dass viele die Unterrichtsstunden in sehr guter Erinnerung halten und sich auch angesichts der Stoffmengen und der zur Auswahl stehenden Themen für Religion entschieden. Abschließend bleibt mir nur noch ein aufrichtiges „Vergelts Gott“ für zwei schöne und beschauliche Jahre katholische Religionslehre.
Jürgen Förth
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