Grundkurs Deutsch (Klemens Alfen)

Bild von Klemens Alfen „Der Fress-Gk“
Es ist Pause. Die Teestube quillt über von K13- Schülern. Nach und nach leert sich der Raum, weil der Deutsch-LK und der Kurs von Frau Jenike sich auf den Weg zum Telekomgebäude machen. Nur einige Schüler zeigen überhaupt keine Eile. Es gongt zum 2. Mal, doch immer noch ist keine Aufbruchstimmung zu bemerken.
Während einige noch mal kurz den Bäcker besuchen, packen andere seelenruhig ihre Sachen ein. Plötzlich fällt einer Schülerin auf, dass die Pause ja schon vorbei ist, doch als sie sich umsieht stellt sie fest, dass sich ja noch der ganze Kurs von Herrn Alfen in der Teestube befindet. Gemächlich macht sich jetzt der Rest auf den Weg zum Telekomgebäude. An der Treppe stößt unauffällig eine lässig gekleidete schwarzhaarige Gestalt mit einem silbernen Aktenkoffer in der Hand dazu und klinkt sich in das Gespräch ein. Dies hatte allerdings den negativen Einfluss, dass er auch nicht für ihn bestimmte Kommentare hören konnte (O-Ton-Lori: Ich hab jetzt absolut kein Bock auf Deutsch!). Einige Schülerinnen erkennen jetzt ihren Deutsch-Lehrer und versuchen noch schnell vor ihm ins Klassenzimmer zu kommen. Diesen Versuch vereitelte Herr Alfen jedoch mit einem kurzen Sprint und schafft es, schon auf dem Pult zu sitzen, als die letzten Kursmitglieder eintreffen. Diese begrüßt er nun mit einer Ermahnung wegen ihres Zuspätkommens. Doch solche Ermahnungen waren immer von einem Augenzwinkern begleitet, so dass wir wussten, dass es nie ganz ernst gemeint war.
Ob es nun die sehr mangelhafte Vorbereitung des Kurses auf den Unterricht war, die permanenten Hintergrundgeräusche durch unterrichtsfremde, doch hochinteressante Gespräche mit den Nachbarn oder gewissen Schülern aus der hinteren Ecke (Eugen und Patrick), die jede Stunde mit Essen verbrachten und deshalb häufig Antworten mit vollem Mund geben mussten - Herr Alfen machte immer gute Miene zum bösen Spiel. Auch wenn er manchmal sichtlich genervt war, musste er oft wider Willen über die Aktionen lachen.
Wenn Herr Alfen mit 2 Koffern das Klassenzimmer betrat, war das ein untrügliches Anzeichen dafür, dass wir- aufgeteilt in seltsam gemischte Arbeitsgemeinschaften- eine hochdifferenzierte Aufgabe in Plakatform bearbeiten mussten. Diese Unterrichtsform stieß vor allem bei der nicht gerade vor Kreativität sprühenden ersten Reihe auf (passiven) Widerstand. In seiner Begeisterung für solche Plakate sowie für Mindmaps übertrieb unser Kursleiter nämlich zuweilen mit solchen Methoden.
Ein weitere fester Bestandteil des Unterrichts war jeden Freitag die Information über Kino- Fernseh- und Theaterprogramm, durch ausgewählte Schüler, am Schluss der Stunde. So waren wir immer auf dem Laufenden und es ergaben sich schon mal hitzige Diskussionen über aktuelle Kinofilme, wobei auch die Kritik nicht ausblieb (gell Danny!).
Schön waren die häufigen Kurstreffen, die meist in der Form eines gemeinsamen Theaterbesuchs stattfanden. Beim anschließenden Zusammensitzen ließ sich Herr Alfen auch nie lumpen und bezahlte die Rechnung für den ganzen Kurs. Solche gemeinsamen Abende sorgten auch für ein gutes Klima.
Insgesamt hatten wir in unserem „nicht gewählten LK“ zwei Jahre lang viel Spaß und eine echt schöne Zeit. Und obwohl die Atmosphäre sehr locker war, konnte uns Herr Alfen doch einiges beibringen.

Daniela Krempel, Nora Lautenbach
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