Leistungskurs Deutsch (Friedhelm Klöhr)

Bild von Friedhelm Klöhr

Bericht der Schüler:

„Der mit den Silben tanzt“
„Die Atmosphäre im Deutsch-LK war gut, bis nach der ersten Klausur.“ (Zitat Herr Klöhr) Diese kurze Stimmungsflaute hatten wir jedoch recht bald überwunden. Unser Lehrer, der manchmal eher einem Animateur glich, zauberte stets ein sonniges Lächeln auf unsere müden, vom Schulalltag geplagten Gesichter. Wenn gar nichts mehr half erzählte Herr Klöhr einige amüsante Anekdoten aus Mittelstreu, seiner rhönischen Heimat, wie er z.B. zu seiner Biene-Maja-Hose und seinem Vokuhila kam oder einige andere. Auch seine Hemden waren immer recht farbenfroh und dienten unserer Erheiterung.
Doch nun weg von den Äußerlichkeiten zu den wahren Werten unseres Unterrichts.
Wie der Bauer Manz aus „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ um das Feld kämpfte, so kämpften auch wir uns durch die zahlreichen Lektüren. Doch im Gegensatz zu der Romanfigur gingen wir an unserer Gier (nach Wissen!) durch die Schirmherrschaft „Friedhelms des Grauen“ nicht zugrunde. Dieser diskutierte mit uns angeregt über die Lektüren, doch beim „Taugenichts“ blühte er förmlich zu „Friedhelm dem Weisen“ auf. Ebenso wie sein Freund der Taugenichts, der dem Philisterleben den Rücken zukehrte und die strengen Regeln der Gesellschaft missachtete, waren für Friedhelm die Stilmittel und Fremdwörter eher zweitrangig. Größeren Wert legte er hingegen auf die Darstellung der Sexualität in verschiedenen Epochen und Werken. So übertrieb er zugleich manchmal mit seinen körperbezogenen Interpretationsansätzen. Z.B. sprach er selbst den weißen, dürren Beinen des alten Vaters in Kafkas „Urteil“ eine erotische Anziehungskraft zu.
Neben unseren künstlerischen Fähigkeiten unterstützte er auch unseren Teamgeist durch fast zu häufige Gruppenarbeit. Trotzdem fand er immer wieder neue kreative Möglichkeiten, die Gruppen auf verschiedene Arten zu bilden. Dann kam stets EVA zum Zug. Eigentlich sollte EVA ja „Eigen-Verantwortliches-Arbeiten“ heißen, doch auf Dauer fanden wir es „Eigentlich-Voll-Assi“: In der Regel war zuerst ein schwieriger Text zu lesen. Darauf folgte die schleppende und langatmige „Wir-haben-keine-Ahnung-was-wir-tun-sollen-Phase“, die, wie sollte es auch anders sein, in die „Null-Bock-Phase“ mündete. Kurz vor Ablauf des mehrmals verlängerten Ultimatums, brach urplötzlich die „Schock-wir-haben-noch-gar-nichts-Phase“ über uns herein. Durch diesen Adrenalinschub in der Extremsituation war schließlich doch noch effektives Arbeiten möglich. Diese geistreichen Ergüsse stellten wir auf vielfältige Art und Weise in farbenfrohen Bildern, teils undurchschaubaren Plakaten, künstlerischen Collagen, multimedialen Powerpointpräsentationen und, natürlich, in Mindmaps dar. Dies führte dazu, dass wir schon bald die ganzen Wände unseres kleinen, stickigen, aber gemütlichen Raumes 511, mit unseren Kunstwerken tapezierten und dadurch auch verzierten. Er (oft neckisch Bruno genannt) ist uns ans Herz gewachsen, so dass wir nur noch ungern in anderen (größeren) Räumen Klausuren schrieben. Bruno engte uns zwar manchmal physisch ein, doch „Friedhelm der Graue“ machte dies wieder wett, und ließ uns die geistigen Freiräume, die viele von uns nötig hatten. Nur selten störte er uns bei Diskussionen, Privatgesprächen und der Stillung leiblicher Bedürfnisse, wodurch die Unterrichtsatmosphäre noch verbessert wurde. Dazu trug auch der von uns sehr geschätzte Mangel an Hausaufgaben bei. Sein Verständnis für unsere Faulheit rührte wohl von seiner taugenichts-ähnlichen Einstellung zur Gemütlichkeit her, was besonders bei den Bemerkungen zu den Facharbeiten deutlich wurde. Viele von uns waren anfangs durch die blumigen Schmeicheleien verzückt, doch bald stellte sich die ernüchternde Einsicht ein, dass diese so allgemein formuliert waren, dass sie auf viele Arbeiten transferiert werden konnten und auch tatsächlich wurden (siehe S. 143). Um so erstaunlicher war, dass unser Friedhelm auch bei mehrmaligem Ausdrucken die Vielzahl der Rechtschreibfehler nicht bemerkte. Dies soll allerdings kein falsches Licht auf Herrn Klöhr, seine motivierende und stets richtungsweisende Begleitung während der Facharbeit und seine Kompetenzen in Korrektur und Notengebung werfen. Denn mit diesen waren die allermeisten zufrieden.
Noch zufriedener war der gesamte Kurs mit der wirklich herausragenden Abivorbereitung, während der er uns nicht nur den Stoff verinnerlichte, sondern uns auch stets aufbaute und uns auf mögliche Fehlerquellen hinwies. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Abiturschnitt noch besser als die Klausurnoten war.
So möchten wir Ihnen, Herr Klöhr, für die zwei abwechslungsreichen, angenehmen erheiternden und lehrreichen Jahre danken!


Jürgen Förth, Melissa Nickel,
Bernhard Vielweber, Charlene Wright


P.S.: Die absoluten Highlights der zwei Jahre mit Ihnen waren natürlich die unübertrefflichen feuchtfröhlichen Kurstreffen bei Ihnen daheim und im stierschen Weingut, bei denen Sie oft noch blauer wie wir waren. ;)

P.P.S.: Um keine Verwirrung zu stiften, möchten wir noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass „Friedhelm der Graue“ einzig und allein eine Anspielung auf Herr der Ringe ist und nichts mit dem Alter oder gar der Haarfarbe unseres Lehrers zu tun hat. ;)

Bericht des Lehrers/Lehrerin:

Zurück


 Autologin?
Shoutbox anzeigen