Leistungskurs Chemie (Martin Schwab)
Bericht der Schüler:
„Die sieben Tapferen Schneiderlein“Der Schwabsche Unterricht begann immer pünktlich fünf Minuten vor acht Uhr. Leider schafften wir es aufgrund der unglaublichen Zuverlässigkeit von Herrn Schwab nie vor ihm an den Unterrichtsräumen zu sein. Wenn wir mal das Glück hatten einen Versuch durchführen zu dürfen, dann mussten wir selbst beim Wasserkochen schwerste Schutzkleidung, wie Schutzbrille, säure- und hitzebeständige Handschuhe und die obligatorische Bleischürze gegen die kosmische Strahlung tragen. Der 007 Chemieraum war deshalb auch steril; so etwas gefährliches wie konzentrierte Salpetersäure ließe sich hier niemals finden. Zu unserem Leidwesen war der Unterricht äußerst anstrengend. Das ganze Jahr über gab es hammerharte Abfragen, Exen kamen total unerwartet und wir konnten uns vor Arbeit kaum retten.
Könnt ihr euch das bei diesem Lehrer vorstellen? Natürlich nicht!!
Nun folgt die ganze Wahrheit. Denn Lügen haben zwar kurze Beine, aber das passt zu unserem Lk überhaupt nicht, denn wir waren zwar der kleinste Lk, hatten aber eine Durchschnittsgröße von 1,855 m.
Darüber hinaus glänzten wir mit der größten Anwesenheitsquote, wie man es am Tag nach der Facharbeitsabgabe sehen konnte, als der komplette Lk da war, auch wenn sich manch einer kaum auf dem Stuhl halten konnte. Genug des Eigenlobs, nun folgen harte Fakten.
Der Unterricht bestand näherungsweise zu 60% aus Versuchen und anderer Eigenarbeit, zu 30% aus Schwabschem Theorieunterricht , wobei es sich im Extremfall auf die Behandlung von einem Drittel des STARKs innerhalb von zwei Wochen zuspitzte. Die restlichen 10% entfielen auf Kopieren, Telefonieren, regelmäßiges Zuspätkommen und Diskussionen, z.B. über den Löffelverbieger Uri Geller. Hier ein Verweis auf die Würzburger Skeptiker, die in Martin Schwab einen würdigen Verfechter gefunden haben. Aber Martin Schwab unterhielt jedoch auch nützlichere Beziehungen, z.B. zu BASF und verschiedene Unis. Böse Zungen behaupten er stehe auch mit der Mafia in Verbindung, da er Geräte im sechsstelligem Cent Bereich „geschenkt“ bekommen hat. Aber nicht nur die Schule, sondern auch der LK profitierte von diesen Verbindungen. So durften wir innerhalb einer Woche zweimal die Uni besuchen. Das eine Mal zu einer Führung, das andere Mal um nach einer effektvollen Faschingsvorlesung den Freibierstand zu plündern, wobei sich ein Schüler besonders hervortat, der hier keinen Wert auf seine Nennung legt. Andy möchte sich an dieser Stelle recht herzlich bei der Brauerei Distelhäuser bedanken. Der Spaß begann schon am AKG - Parkplatz, als der gesamte Chemie-LK vergeblich versuchte sich in Jürgens Siebensitzer zu zwängen. Zum Glück hatten wir zu den Fahrten in das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld und die Raffinerie Ingolstadt einen richtigen Bus mit mehr als 15 cm Beinfreiheit. Leider glänzte Herr Schwab bei diesen Veranstaltungen mit seiner Abwesenheit.
Ein weiterer Höhepunkt der letzten zwei Jahre war der Grillabend mit der gesamten Familie Schwab. Der Chemie LK gab sich bei dieser Gelegenheit alle Mühe die Kinder zu Unterhalten und schreckten nicht einmal vor Platzwunden unsererseits zurück. So lernten wir einiges von Herrn Schwab. Neben aufopfernder Kinderbetreuung lernten wir auch in Gruppen schnell und effektiv zu arbeiten, den Ernst nicht zu vergessen, und unsere nichtvorhandenen Englischkenntnisse auch in Chemie anzuwenden. So waren wir während einer Klausur sogar gezwungen äußerst schwierige Fachtermini aus dem Englischen zu übersetzen („non-super-imposable“). Eine andere Klausur war dagegen „superimpossible“. Allerdings war der Bio LK, der mit uns im selben Raum schrieb, den Ammoniakgestank nicht so sehr gewohnt wie wir Chemie-LKler. Der Einfall mit dem Versuch ist im Grunde genommen aber spitze! Ein großes Lob an den LK-Leiter für diese innovative Idee. Ebenfalls legendär war die unfassbare Korrekturzeit von bis zu 5 Wochen. Immerhin hatte er bei sieben Schülern weniger als eine Woche Zeit pro Arbeit. Aber „ihr wisst schon, die Kinder ...“. Selbst nach der ausführlichsten Korrektur bestand jedoch noch Anlass zur Kritik an Benotung und Fragestellung. Besondere Erwähnung verdient die übersichtliche Heftgliederung. Der Inhalt der Hefteinträge beschränkte sich teilweise jedoch auf das allernötigste. Zum Beispiel:
a) siehe Blatt
b) siehe Blatt
c) vgl. Versuch vom 26.3.
d) siehe STARK S. 53
Während wir hier noch sitzen und den LK-Bericht schreiben, blubbert unser Schlehenwein im neu angelegten Weinkeller des AKG noch gemütlich vor sich hin. Dieser aufwendige Versuch sollte eigentlich als Weihnachtsgeschenk dienen. Aber Herr Schwab meinte wohl Weihnachten 2004. Er managte die Abivorbereitung und stattete uns nebenbei mit wertvollen Spicktips aus. Abschließend möchten wir uns für den lockeren, anspruchsvollen und lehrreichen Unterricht mit einem stets gut gelauntem Lehrer bedankten. Erhalten sie sich Ihren Elan.
Ihr Chemie LK 2002 - 2004
Bericht des Lehrers/Lehrerin:
Chemie ist Männersache.
Gab es nicht doch eine Quotenfrau? Nein, alle Teilnehmer sind auf dem Bild vertreten. Wirklich alle? Ja, denn grundsätzlich war der Leistungskurs komplett vor der Tür kurz vor dem Gongschlag versammelt und erfreute so durch Vollzähligkeit und Pünktlichkeit tdie ganzen zwei Jahre den Kursleiter.
Natürlich wird die Kurstärke sofort Neider auf den Plan rufen. Aber folgendes Bild wird sie zum Verstummen bringen.
Das Lächeln der Leistungskursteilnehmer täuscht über das tatsächliche Gefahrenpotential eines Chemieleistungskurses hinweg, eine geringe Gruppengröße lässt diese vielfältigen Gefahren z.B. beim Experimentieren, gerade noch beherrschen. Was sich hier z.B. unter dem weißen Nebel versteckt, konnte nur durch eine sensorische Analyse bestimmt werden (manche LK´ler sprachen von Zitronengeschmack), der Stoff war aber so gefährlich, dass er nicht lagerfähig war und sofort vernichtet werden musste. Obwohl die sensorische Analyse von großer Bedeutung ist, wurde dieser Bereich der Analytik im Abitur nicht geprüft.
Auch zeigt dieses Bild einen weiteren typischen Sachverhalt des Kurses, der nach hartem Training erreicht wurde:
Teamfähigkeit.
Nur durch die Mithilfe des ganzen Kurses konnten schwierige Versuche gelingen, auf dem Bild ist z.B. der Einsatz einer stark vibrierende Rührmaschine zu sehen, von einem zweiten Experimentator wird eine Flüssigkeit zugeschüttet, alle anderen Teilnehmer stehen mit Feuerlöschern bereit, die allerdings im Bild nicht zu sehen sind.
Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen kam es kurz vor dem Abitur zu einem dramatischen Einbruch der Kursstärke um 14,28 %. In dieser kritischen Situation zeigte der Kurs eine weitere Eigenschaft, die
Flexibilität.
Ungeachtet der Altersgrenze konnte an einem Abend die alte Kursstärke wieder erreicht und sogar um zwei überschritten werden, allerdings kam es dabei zu einer erheblichen, beabsichtigten Freisetzung von Dihydrogeniumoxid. Die Auswirkung auf Natur und Umwelt werden in einer Jugend forscht Arbeit untersucht.
Folgendes Foto belegt die Beliebtheit der Kursteilnehmer und räumt mit dem Vorurteil auf, dass Chemie nur etwas für Männer sei:
Ich bedanke mich für zwei schöne, interessante Jahre und wünsche den Teilnehmern eine gute Hand bei der Berufswahl.
Martin Schwab

