Leistungskurs Latein (Arnold Kröger)

Bild von Arnold Kröger

Bericht der Schüler:

„Ich mach mir Sorgen um deinen Geisteszustand“
In der ersten Stunde des Latein-LK´s warteten gerade mal acht Neo-Lateiner, die sich die nächsten zwei Jahre intensiv (fünf Stunden die Woche) mit der „toten Sprache“ beschäftigen wollten, auf ihren Guru: Arnold Kröger. Die meisten hatten Krögi schon einmal im Unterricht genossen - einige in der 5., 6. und 11. Klasse. Wir wussten also, was uns erwartete: ein freundlicher, engagierter, lateinbegeisterter und geradezu einfühlsamer Kursleiter, der Desinteresse, Unpünktlichkeit und vergessene Hausaufgaben stets mit todbringenden Blicken straft. Hier sind wir bei der einzigen Schwäche Herrn Krögers angelangt: er neigt dazu, Nachlässigkeiten, bezogen auf den Unterricht, persönlich zu nehmen. Er reagierte manchmal geradezu gekränkt auf Desinteresse oder vergessene Hausaufgaben. So entwickelte sich ein halbes Semester lang ein Kleinkrieg zwischen Krögi und einem seiner Schäfchen, das seine Unlust durch physische und psychische Abwesenheit demonstrierte und immer mehr vom rechten Pfad abkam. Herr Kröger bewies jedoch psychologische Fakultäten und brachte das verlorene Schaf zum Anfang der 13. Klasse wieder zurück in die Herde. Jedoch zeigte dieser „Kleinkrieg“, wie sehr unser Lehrer sich Kleinigkeiten zu Herzen nahm, über die er sich stets aufregen konnte. Deshalb unser Tipp an Tonio: Sehen Sie die Dinge etwas lockerer!!!!
Herr Krögers Unterricht war stets sehr klausur- und abiturorientiert: neben viel Übersetzung wiederholten wir systematisch wichtige Grammatikeinheiten und Vokabeln, was von Krögi immer Freitags mittels selbstgemachter Folien, die wir uns mit der elften Klasse teilen mussten, geprüft wurde. Und wehe, wenn eines von Krögis Schäfchen durch wiederholte falsche Antworten demonstrierte, dass es „repedendum non repetivit“ (das zu wiederholende nicht wiederholt hat). Krögis Reaktion in solchen Fällen: s.o.
Da Herr Kröger uns gut vorbereitete, fielen die Klausuren immer ganz gut aus, auch wenn natürlich nie alle zufrieden waren. Wenn eine Klausur heraus gegeben wurde, war ein weiteres Kröger-Phänomen zu beobachten: Arnie hasst es, schlechte Noten zu verteilen, manchmal hatte man den Eindruck, er würde mehr darunter leiden, als der betroffene Schüler. Den Höhepunkt dieser Schlechte-Noten-Herausgeb-Phobie wurde bei der Bekanntgabe der Facharbeitsnoten erreicht: vor dem Lehrerzimmer drückte Herr Kröger jedem einen Umschlag mit seiner Note in die Hand und ergriff die Flucht. In der Stunde am selben Nachmittag traute sich Herr Kröger kaum ins Klassenzimmer, wohl in der Angst, seine Schäfchen könnten durch die Facharbeitsnoten und den evtl. damit verbundenen Unmut zu Wölfen mutiert sein, die nur darauf warteten, ihren Lehrer verbal zu zerfleischen. Nichts dergleichen geschah.
Es gibt einen weiteren Punkt, in dem Herr Kröger gelobt werden muss: beschwerte sich unser Vorgängerkurs darüber, Krögi hätte zu wenig Kurstreffen mit ihnen gemacht, so müssen wir sagen, dass wir nicht zu kurz gekommen sind: drei mal haben wir uns beim Italiener getroffen, wo unser Magister stets seine Knoblauchpizza zu einem Hefeweizen verzehrte. Das schönste Privaterlebnis mit Arnie war aber wohl das „Arbeitsessen“ kurz vor dem Abitur bei ihm zu Hause, wo wir mit den letzten Wissensfetzen und römischen Fleischbällchen versorgt wurden (Danke noch mal an Frau Kröger). Außerdem demonstrierte Herr Krögers kleinster Sohn Lukas den männlichen Lateinern seine Fähigkeiten als Womanizer: fast zwei Stunden lang zog er Verena in seinen Bann, aber genug davon.
Kommen wir nun zu einem absolut markanten Bestandteil von Herrn Krögers Unterricht, seine Tafelbilder: Die übersetzten Passagen zauberte Krögi inhaltlich stets in Form von übersichtlichen Mindmaps an die Tafel. Jedoch konnten wir nicht immer ganz seine Pfeile nachvollziehen, die Fakten etwas eigenwillig zueinander in Bezug setzten. Jedoch wäre Herr Kröger ohne seine Tafelbilder nicht der Herr Kröger wie wir ihn genossen haben.
Das wohl schönste Erlebnis der zwei Jahre Latein-LK war wohl Krögis Geburtstag: da er am gleichen Tag wie sein oben erwähntes zeitweise verlorenes Schaf geboren ist, rückten wir in eben dieser Stunde mit Kuchen und Kaffe in den Unterricht an. Außerdem überreichten wir unserem Lehrer ein kleines Geburtstagsgeschenk und Dankeschön für die zwei schönen Jahre. Er zeigte sich geradezu gerührt über unser Fotoalbum und konnte sich sogar dazu durchringen, eine halbe Stunde zu plaudern, ohne auf Latein zu kommen.
Jetzt ist das Abi geschafft. Alle haben ein ganz gutes Gefühl. Hatten wir einfach nur einen freundlichen Text erwischt, oder brachte uns Krögis Vorbereitung den Erfolg? Wahrscheinlich der Mix aus beidem.
Auf alle Fälle wollen wir uns noch einmal ganz herzlich bei Ihnen bedanken und Ihnen noch viele schöne Jahre und Latein-LK´s wünschen. Und noch mal der Tipp: nehmen Sie sich nicht alles so zu Herzen.
P.S. Herr Kröger, wir wissen, dass Sie kein Freund der Abi-Zeitung sind; wir hoffen jedoch, dass Sie mit Ihrem Artikel zufrieden sind.

Bericht des Lehrers/Lehrerin:

ARNOLDUS KROEGER ADULESCENTIBUS VIRGINIBUSQUE ABITURIS SAL .

Peracti sunt labores animi. Vobis gratulor, quod nunc testimonium diu desideratum in manibus tenetis. Simul animus meus temporum praeteritorum meminit, cum vos - olim pueri puellaeque - elementa linguae Latinae discere coepistis. Cui disciplinae plurimi vestrum novem annos fidem conservaverunt; id est longum spatium vitae, paene dimidium aetatis vestrae!
Et profecto operae pretium est non solum legere, sed etiam intellegere et disserere, quas cogitationes scriptores veteres in animo volvant, quid Cicero, ut exemplo utar, in his libris, qui „de re publica“ appellantur, dixerit. Nam in illis disserit, quare necessarium sit ad rem publicam accedere; praeterea ille exponit, quae sint genera rerum publicarum quodque genus rei publicae optimum habeat.
Etiam - ut alio exemplo utar - Senecae epistulas morales ad Lucilium legere omnium nostrum interest; hoc opere lecto comprehendimus id unum esse bonum, quod honestum sit; quisquis se multum fortuitis dedit, ingentem sibi materiam perturbationis et inexplicabilem fecit: una haec via est ad tuta vadenti, externa despicere et honesto esse contentum.
Mihi igitur persuasum est cogitationes horum et aliorum scriptorum utiles esse ad humanitatem conciliandam
Quare nunc plurimis artibus et maxima scientia ita instructi estis, ut ea, quae res futurae secum ferunt, perficiatis. Brevi „diversas“, ut ita dicam „vias vitae ingrediemini”: alius stipendia (militaria!) merere vult aut debet, alius stipendia (civilia!), alius vel alia deliberat, cui disciplinae in hoc instituto, quod „universitatem“ vocamus, studere incipiat.
Vobis omnibus contingat, quod in animo habetis! Fortes fortuna adiuvat - et deus! Valete!
III.Kal.Iul.

Arnold Kröger
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